… sind manche Drachen unterwegs, zumindet auf einer Alp bei Stugl im Albulatal. So berichtet im Jahr 1702 Peter von Juvalt, Pfarrer zu Stuls:
„Es begab sich in dem Jahr 1696 zu Anfang des Augusti, als ein Kühehirt (…) die Kühe auf den Berg Foppatsch zur Weide trieb, dass er auf dem Gipfel des Berges, welchen er allein bestiegen hat, in einer tiefen Grube eine zusammengewundene Bestie gesehen, welche stille lag, und von den eingefallenen Sonnenstrahlen roth aussah. Bald sah er das Thier aufgewickelt und mit aufgerichtetem Leib, ungefähr zwei Ellen lang, mit einem etwas zusammengedrückten Katzenkopf, welcher roth und härig war, mit funkelnden Augen und einem weißen Gürtel um den Hals. Anstatt der Füße hatte er schuppichte Absätze wie ein Fisch, eine Zunge gleich einer Schlange und einen in zwei getheilten Schwanz.

«Bündner Drache», aus: Johann Jacob Scheuchzer, «Ouresiphoitēs Helveticus», 1723, e‑rara.ch)
Durch diesen Anblick erschrocken, wollte sich der Hirt durch die Flucht in Sicherheit bringen; allein die Bestie verfolgte ihn mit schneller Bewegung. Der Mann greift zu seiner Büchse, welche die Alphirten oft mit sich zu führen pflegen, und schiesst die Bestie mit einer Kugel. Drei Tage hernach ward das Aas des Thieres ganz verfault gefunden.
Der Berichterstatter fügt noch bei, dass die Leute jener Gegend oft solche Drachen wie Pfeile vom Berg Foppatsch aufschiessen sehen.»
Quelle: «Der Bund», Nummer 20, 18. Mai 1884
