… sich auf sein Pferd schwang und auf selbigen von der Burg Hohenrätien in den Abgrund sprang, dürfte er nicht angenommen haben, dass er nach seinem Tod weiterleben wird. Schliesslich rief er im Sprung – zumindest dem dichtenden Professor Friedrich Nessler zufolge – aus:
«Der Letzte bin ich und zum Tod bereit;
Allein der Feind soll meinen Leib nicht haben,
Mit ihm will ich die alte Ritterzeit,
Hinunterspringend in den Rhein, begraben!»
Tatsächlich bleibt die Zeit während des Sprungs des sagenhaften Ritters stehen. So zumindest erscheint es, wenn man das Gemälde «der letzte Ritter von Hohenrätien» von Ernst Stückelberger im Bündner Kunstmuseum in Chur betrachtet.

Ernst Stückelberger, «Der letzte Ritter von Hohenrätien», 1883, Öl auf Leinwand, Bündner Kunstmuseum Chur
Die Sage selbst lässt sich schnell erzählen: Ritter Cuno setzte der Bevölkerung am Fuss seiner Burg bei Thusis zu – und als er auch noch eine Jungfrau verschleppte, kochte der Volkszorn über. Die Burg wurde gestürmt und Cuno setzte zum letzten Sprung an …
