Der Pfarrer und der Drache

Vor gut 290 Jah­ren dürf­te dem See­wi­ser Pfar­rer Ni­co­lin Se­rer­hard (1689–ca. 1756) die Erst­be­stei­gung der Sche­sa­pla­na ge­glückt sein. Vom Prät­ti­gau stieg er über die Alp Fa­sons und durch ei­ne «gä­che Fels­keh­le» auf den höchs­ten Gip­fel des Rä­ti­kons (2964 m ü. M.).

Hier er­schliesst sich dem Pfar­rer und Chro­nis­ten «das schöns­te An­se­hen von der Welt»: Den Bo­den­see sieht er, bis ins Schwa­ben­land reicht sein Blick. Se­rer­hards Glück ist aber nicht nur die Aus­sicht, son­dern auch der Um­stand, dass ihn beim Ab­stieg vom Gip­fel nicht der Dra­che vom Lü­ner­see er­wischt.

Sche­sa­pla­na von Süd­wes­ten, Luft­auf­nah­me von Wal­ter Mit­tel­hol­zer, 1934 (ETH Bild­ar­chiv)

Et­li­che Ma­le näm­lich, be­rich­tet Se­rer­hard, ha­be ein Hir­te ge­se­hen, wie die­ses gros­se Tier «sich aus dem See her­vor­ge­las­sen und auf ei­nem aus dem Was­ser her­aus­ra­gen­den Stein ei­ne Stun­de oder zwei an der Son­ne» ge­wärmt ha­be.

Quel­le: Ni­co­lin Se­rer­hard, «Ein­fal­te De­linea­ti­on al­ler Ge­mein­den ge­mei­ner drey­en Bün­den», 1742.

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